Marktentwicklung erneuerbarer Energie

In Wärmepumpen und der Windkraft steckt viel Potenzial für die Zukunft. Wie die aktuelle Entwicklung voranschreitet und wohin der Trend geht, zeigen folgende Grafiken.

Windkraft

Während zweier Perioden kam es zu einem starken Anstieg des Anlagenbestands – zwischen 2003 und 2006, danach nochmal zwischen 2012 und dem letzten Jahr 2017. Dies resultierte aus günstigen Rahmenbedingungen im energiepolitischen Bereich.

Abbildung 1 - Die Marktentwicklung der Windkraft in Österreich bis 2017 (Quelle: IG Windkraft)
Abbildung 1 – Die Marktentwicklung der Windkraft in Österreich bis 2017 (Quelle: IG Windkraft)

2017 wurden 63 Konstruktionen errichtet, diese verteilen sich nach Bundesländern wie folgt:

  • Niederösterreich: 39
  • Steiermark: 19
  • Burgenland: 4
  • Kärnten: 1

Gesamtsumme der am Netz hängenden Windkraftanlagen betrug 1.260 in 2017 – das führte zur Deckung von circa 10-11 Prozent des österreichischen Stromverbrauchs. Verglichen mit 2016 bedeutet das einen Anstieg von 19 Prozent. Positiver Nebeneffekt ist eine Einsparung von über 1,9 Millionen Tonnen CO2äqu (Kohlendioxid – Äquivalente).

Windenergie
Windrad am Land

Bedeutung der Windkraft im Energiesystem

Kurzfristig (bis 2020)

Österreichische Anlagen liefern über 10 Prozent des Gesamtverbrauchs an Strom. Sie nehmen somit eine wichtige, jedoch keine vorherrschende Rolle in Europa ein. Lateinamerika, Nordamerika sowie China sind führend im Ausbau der Windkraft, Europa liegt hier zurück. In der Industrie ist Europa führend. Betreiber und Entwickler sind marktdominierend und können moderne und innovative Technologien nach Bedarf anbieten und Investitionen in Forschung und Entwicklung tätigen. Automatisierungen und Industialisierungen nehmen beim Herstellungsprozess eine zunehmend bedeutende Rolle ein. Es gibt wachsende Nachfrage nach der Optimierung und Expertise von Anlagen. Relevant für den ländlichen Raum ist vor allem die Kleinwindkraft. Diese kann kleinere bis mittlere Betriebe versorgen, besonders in Kombination mit Photovoltaik.

Mittelfristig (bis 2030)

In Österreich basiert das Stromsystem zu 100 Prozent auf erneuerbare Energie. Die Windenergie trägt 25 Prozent dazu bei. Anlagen für Windkraft ersetzten die heutigen Großkraftwerke – sie werden vom passiven zum aktiven Teil des Energienetzes. Der Einsatz von Speichern versorgt Haushalte und Betriebe durch Windparks und Kleinwindsysteme. Die Verfügbarkeit dieser Depots wird erhöht. Die Kombination aus Strom und Wärme sowie industrieller Prozesse und Mobilität gewinnt an Bedeutung. Durch den Einsatz erneuerbarer Energie schrumpft der Anteil an fossilem und nuklearem Strom.

Der erzeugte Strom kann für die Elektrolyse genutzt werden und soll Innovationen in diesem Bereich ankurbeln. (Begriffserklärung: „Elektrolyse nennt man einen Prozess, bei dem elektrischer Strom eine Redoxreaktion erzwingt. Sie wird beispielsweise zur Gewinnung von Metallen verwendet, oder zur Herstellung von Stoffen, deren Gewinnung durch rein chemische Prozesse teurer oder kaum möglich wäre. Beispiele wichtiger Elektrolysen sind die Gewinnung von Wasserstoff, Aluminium, Chlor und Natronlauge.“ – Wikipedia)

Windenergie wird weltweit ausgebaut und genutzt. Die europäische Industrie bleibt marktführend, wird ohne politisches Engagement und Heimatmarkt aber nicht konkurrenzfähig sein. Die Eigenversorgung von urbanen Wohnbauten soll durch Mikrowindturbinen in Kombination mit Photovoltaik mit Batteriesystemen verbessert werden.

Langfristig (bis 2050)

Die Hälfte des gesamten europäischen Stromverbrauchs wird durch Windenergie gedeckt. Aufgrund des Zusammenspiels von verschiedenen erneuerbaren Energien kann der Strom für Mobilitäts- Wärme- und Industriedienstleistungen genutzt werden. Durch langfristige und stabile Lösungen schafft es Europa, die fortlaufend modernisierten Anlagen in dauerhaftem Betrieb zu halten.

 

Wärmepumpen

In den 1980er Jahren kam es zu einem Aufschwung des Wärmepumpenmarktes, gefolgt von einem Einbruch in den 1990er Jahren. Seit 2001 steigt parallel zum Bau von energieeffizienten Gebäuden auch der Bedarf nach Heizungswärmepumpen. Der Einsatz wurde durch den geringen Bedarf an Heizwärme und Heizungsvorlauftemperaturen begünstigt.

Abbildung 2 - Die Marktentwicklung der Wärmepumpen in Österreich bis 2017 (Quelle: TU Wien, EEG (2018))
Abbildung 2- Die Marktentwicklung der Wärmepumpen in Österreich bis 2017 (Quelle: TU Wien, EEG (2018)

Im Vergleich zu 2016 stieg der Absatz von Wärmepumpen in Österreich sowie am Exportmarkt von 33.094 auf 36.446 – das bedeutet ein Wachstum von 10,1 Prozent. Der Inlandsmarkt betrug dabei 9,1 Prozent, der Export schaffte es sogar auf 12,5 Prozent. Heizungswärmepumpen mit bis 20 kW Leistung erfuhren ein besonders starkes Hoch.

Der Wirtschaftsbereich Wärmepumpe beinhaltet Produktion, Handel, Installation und Wert der Umweltwärme. In diesem Sektor wurde im Jahr 2017 ein Gesamtumsatz von 583 Millionen Euro erwirtschaftet. Das bedeutet eine Equivalenz von ca. 1.388 Vollzeitarbeitsplätzen und einer Einsparung von 608.995 Tonnen CO2äqu.

Bei der Forschung und Entwicklung legt man bei Wärmepumpensystemen das Augenmerk auf Kombinationsanlagen mit anderen Formen von erneuerbarer Energie.

 

Quelle:

Innovative Energietechnologien in Österreich – Marktentwicklung 2017 vom Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie