Trinkwasser – das flüssige Gold

70 Prozent der Erdoberfläche sind von Wasser bedeckt. Davon sind lediglich 0,3 Prozent Trinkwasser. Anhand der steigenden Bevölkerungsdichte steigen auch die Verbrauchszahlen. Dies wiederum führt zur Knappheit der Ressourcen. Dadurch wird das Geschäft mit dem Trinkwasser lukrativer. Der Umsatz der Mineralwasserbranche in 2020 wird auf 280 Milliarden Dollar bzw. 245 Milliarden Euro geschätzt.

Zu den führenden Produzenten zählen:
  • Nestlé Waters  – Vittel, Contrex, Hépar, Perrier, San Pellegrino
  • Danone – Evian, Volvic
  • Coca Cola – Dasani
  • Pepsico – Aquafina

Vittel – Trinkwasser aus der französischen Gemeinde

Das abgefüllte Trinkwasser von Vittel stammt aus der gleichnamigen Gemeinde in Frankreich, die 5000 Einwohner beheimatet. Dieser flüssige Schatz war bereits den Römern bekannt und wird auch heute noch für Behandlungen von Leber- und Stoffwechselerkrankungen verwendet. Ende der Sechzigerjahre wurden die Quelle vom Konzern Nestlé übernommen. Seit 1992 gehört es zu Nestlé Waters und wird weltweit vertrieben. Circa eine Million Plastik- und Glasflaschen machen sich täglich auf dem Weg in die Verkaufsregale.

Trinkwasser
Flasche mit Wasser gefüllt

Neben dem Konzern nutzen auch eine Käsefabrik und die kommunale Wasserversorgung die Quellen. Für die Einwohner gibt es eine Beschränkung: Sie dürfen nur sechs Liter pro Tag  für den Eigenbedarf abfüllen. Denn der Wasserspiegel sinkt durch die Übernutzung jährlich um 30 Centimeter. Regenwasser benötigt sieben Jahre, um auf diese tiefe Ebene zu gelangen.

Der natürliche Weg wäre eine Einschränkung der Abschöpfung für alle. Nestlé Waters haben aber eine andere Idee: Die Einwohner sollen von einem 15 Kilometer entfernten Nachbarort mit Trinkwasser versorgt werden, während sie selbst weiterhin die Ressourcen aus den Quellen beziehen. Dieser Vorschlag wurde vom lokalen Wasserkomitee mit Juli 2018 freigegeben.

Behördenmitglieder, Fabrikanten und Verbände bilden die Wasserkommision. Sie werden vorraussichtlich im Herbst entscheiden, ob es tatsächlich zur Verlagerung in die nächste Ortschaft kommt.

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