Strompreis in Hochform

So hoch wie momentan war der Strompreis zuletzt vor sechs Jahren. Die CO2-Kosten treiben diese zusätzlich an. Stromanbieter müssen die Kosten für Emissionen auf dem Markt abwälzen.

Düsseldorf. Der Preis für eine Megawattstunde Grundlaststrom erreichte einen Topwert mit 50 Euro am Terminmarkt der Leipziger Energiebörse EEX. Zuletzt gab es diese Werte vor sechs Jahren. Um ganze 17 Euro stieg der Strompreis bereits seit Februar dieses Jahres. Die Zeit des günstigen Stroms am Großmarkt ist somit vorbei. Unternehmen und Verbraucher werden diese Auswirkungen zeitversetzt merken.

Zu Jahresbeginn waren Preise noch günstiger

Die Preise zu Jahresbeginn waren auf einem Tief von circa 20 Euro pro Megawattstunde. Der Grund hierfür war eine Übersättigung des Marktes durch erneuerbare Energie aus Wind- und Solaranlagen. Dadurch entstand ein Überangebot von Strom aus Kohle-, Gas- und Atomkraftwerken.

Deswegen entschieden sich Stromanbieter unrentable Kraftwerke vom Netz zu nehmen. Die Strompreise steigen zeitgleich mit zunehmenden Betriebskosten. Notierungen für Gas und Steinkohle machten ebenfalls einen Sprung durch den Anstieg des Ölpreises.

Strompreis
Aus für viele Kraftwerke

Der CO2-Preis und seine Auswirkungen

Der Strompreis steigt vor allem durch den CO2-Preis, laut Angela Pietroni, Senior Managerin beim Analysehaus Energy Brainpool in Berlin. Aufgrund des Ausstoßes von CO2 sind Stromanbieter verpflichtet, sich im Rahmen des europäischen Emissionshandels zu zertifizieren. Zu Jahresbeginn belief sich der Preis dieses Zertifikats noch auf 7,50 Euro. Nun stieg er auf über 21 Euro an. Vor einigen Jahren lagen die Kosten noch auf circa fünf bis sieben Euro. Ab 2021 – der neuen Handelsperiode – sollen diese Zertifikate anhaltend und merkbar um 2,2 Prozent pro Jahr beschränkt werden. Ein Wettlauf entsteht, sich möglichst günstig abzusichern.

Wann Endnutzer die finanzielle Belastung zu spüren bekommen, liegt bei der Einkaufspolitik ihres Stromanbieters. Durch zeitgerechte Sicherung von günstigen Notierungen haben sich viele Versorger sowie Verbraucher langfristig abgesichert.

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Quelle:

Handelsblatt

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