Erneuerbare Energie

Die Marktentwicklung der letzten Jahre bietet eine gute Entscheidungsgrundlage für Investitionen in erneuerbare Energien – heute geht es um Photovoltaik und Solarthermie. 2017 war geprägt von hemmenden und fördernden Faktoren, welche den Fortschritt beeinflusst haben.

Photovoltaik

2003 erlebte der Photovoltaikmarkt seinen ersten Aufschwung aufgrund des Ökostromgesetzes. Durch eine Deckelung der Tarifförderungen brach der Anstieg wieder ab. 10 Jahre später erfuhr der Markt durch Förderungen einen Rekordzuwachs. Nach dem Hoch von 2013 pendelte sich der Anstieg ein.

Abbildung 3 - Die Marktentwicklung der Photovoltaik in Österreich bis 2017 (Quelle: FH Technikum Wien)
Abbildung – Die Marktentwicklung der Photovoltaik in Österreich bis 2017 (Quelle: FH Technikum Wien)

Schließlich kam es 2017 zu einer Steigerung von 11 Prozent. In diesem Jahr betrug die Stromproduktion aller österreichischen Photovoltaikanlagen mindestens 1.269 GWh – eine Einsparung von 377.392 Tonnen CO2. In der Photovoltaikindustrie konnten somit 2.813 Vollzeitarbeitsplätze angeboten werden. Der Durchschnittspreis einer Photovoltaikanlage ist von 2016 auf 2017 um 1,47 Prozent gesunken.

Für die österreichische Zukunft ist besonders die Entwicklung photovoltaischer Elemente zur Gebäudeintegration wichtig, da dort das größte Potential gesehen wird. Hier wäre es möglich, dass österreichs Industrie einen Nischenmarkt besetzt und bedeutende Exportmärkte erschließt.

In Österreich geht die Ottakringer AG mit gutem Beispiel voran:

Gemeinsam mit Wien Energie errichtet die Ottakringer Getränke AG eine der größten Auf-Dach-Photovoltaik-Anlagen Österreichs. Der Solarstrom von 1.147 Photovoltaik-Modulen auf mehr als 5.200 Quadratmetern Dachfläche soll direkt für Logistik und Verwaltung vor Ort genutzt werden. Über ein Viertel des gesamten Strombedarfs wird so mit sauberer Energie gedeckt und entspricht einer Einsparung von ca. 104 Tonnen CO2. 2019 soll die Anlage dann mit 230 MitarbeiterInnen am neuen Standort in den Betrieb gehen.

 

Solarthermie

Für die Anfänge der Solarenergie waren die 1980er Jahre von Bedeutung, da in diesen Jahren besonders die Verwendung für Warmwasserbereitung sowie Erwärmung von Schwimbädern gegeben war. 10 Jahre später entwickelte sich der Anwendungsbereich ebenfalls in Richtung der Beheizung von Räumen.

Abbildung 2 - Marktentwicklung der Solarthermie in Österreich bis 2017 (Quelle: AEE INTEC)
Abbildung 2 – Marktentwicklung der Solarthermie in Österreich bis 2017 (Quelle: AEE INTEC)

Die Verkaufszahlen stiegen besondes stark ab 2002 und gipfelten im Jahr 2009. Die Gründe für den phänomenalen Anstieg waren unter anderem die Erhöhung der Energiepreise und die Verwendung von Solarenergie in Nah- und Fernwärmenetze. Der darauffolgende Fall war zuerst auf die Finanz- und Wirtschaftskrise zurückzuführen. Dann folgten günstigere Photovoltaikanlagen, sowie der Einsatz von Wärmepumpen und niedrige Ölpreise.

Mit Ende 2017 bedeutet das den Einsatz von 5,2 Millionen Quadratmetern thermischer Sonnenkollektoren und einer Einsparung von 408.704 Tonnen CO2äu-Emissionen. Neue Installationen liegen 2017 bei 101.780 Quadratmetern mit einer entsprechenden Leistung von 71,1 MWth (Megawatt thermisch: nicht-gesetzliches Einheitenzeichen für die thermische Leistung).

Diese Entwicklung bedeutet im Vergleich zu 2016 einen Rückgang von 9,1 Prozent. Der Exportanteil ist hingegen leicht gestiegen. 2017 beläuft sich der Umsatz auf 178 Millionen Euro, was ein Ausmaß von ca. 1.500 Vollzeitarbeitsplätzen mit sich bringt.

Eine zukünftige Möglichkeit kann in Großprojekten mit saisonalen Wärmespeichern gesehen werden. Gemeinsam mit Dänemark will die Steiermark die weltgrößte Solarthermie-Anlage bauen.

Solarthermie
Solarpanele in der Sonne
Big Solar:

Bis 2021 soll in Karlsdorf bei Graz eine rund 220.000 Quadratkilometer große Kollektorfläche sowie ein unterirdischer Heißwasserspeicher gebaut werden. Mit dem dänischen Spezialisten Arcon-Sunmark will man die derzeit größte Anlage im dänischen Silkeborg mit ca. 157.000 Quadratkilometern übertreffen. 10 bis 15 Prozent des Jahresbedarfs an Fernwärme sollen so CO2-emissionsfrei gedeckt werden.

Die Sonnenwärme wird in einem unterirdischen Wasserspeicher mit 85 bis 90 Grad angesammelt. Mit einer Absorptions-Wärmepumpe und weiterer Beheizung mit Gas bleibt der 900.000 Kubikmeter große Speicher in den kalten Monaten warm. „Es ist eine bekannte und ausgetestete Technologie“, so VKR Holding-Vorstand Torben Sorensen. Bereits in Berlin-Köpenick wurde gemeinsam mit VKR eine Solarthermie-Anlage in Kooperation mit Vattenfall gebaut.

In Silkeborg liefert die Konstruktion 80.000 MWh pro Jahr und reduziert die CO2-Emission um 15.700 Tonnen. Des Weiteren deckt sie den Wärmeverbrauch von 4.400 Haushalten im Jahr.

 

Quelle:

Innovative Energietechnologien in Österreich – Marktentwicklung 2017 (Berichte aus Energie- und Umweltforschung 4/2018) vom Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie

Ottakringer Brauerei

Die Presse