Seit 16. Februar 2011 gilt die 5-stufige Abfallhierarchie. Diese setzt sich zusammen aus Vermeidung, Vorbereitung zur Wiederverwertung, Recycling (stofflich), Sonstige Verwertung und Beseitigung. Cradle to cradle ist ein Konzept, dass an keiner dieser Stufen ansetzt, sondern als ganzheitliches System wahrgenommen werden soll.

Ursprung und Funktion vom cradle to cradle- Prinzip

Seinen Ursprung hat dieses Konzept vom deutschen Chemiker Michael Braungart und dem US-amerikanischen Architekten William McDonough. Um dieses Thema geht es in ihrem Buch: „Cradle to Cradle: Remaking the Way We Make Things“. Anstatt einzelner Stufen geht es bei diesem Konzept um einen ganzheitlichen Kreislauf der Produkte. Hierbei wird zwischen zwei verschiedenen Kreisläufen unterschieden. Beim biologischen Kreislauf wird das Erzeugnis nach der Nutzphase als biologischer Nährstoff dem Kreislauf – der Natur – zurückgeführt. Beim technischen Kreislauf hingegen werden die Produkte so erstellt, dass sie ohne Probleme in den Kreislauf wieder eingeführt werden können, also wiederverwendet werden können.

cradle to cradle
(c) Cradle to Cradle e.V.
cradle to cradle
(c) Cradle to Cradle e.V.

Dieses Konzept wird bereits in Bereichen wie Fashion, Kunststoffe, ökologische Lebensmittel, Druck sowie Bau und Architektur diskutiert und umgesetzt.

„Deutlich wurde, dass es Visionär*innen und C2C – Enthusiast*innen braucht, die einen Gegenentwurf zu bestehenden Produkten, Herstellungsverfahren und Wirtschaftsweisen entwickeln. So betonte Erwin Thoma (CEO Thoma Holz), wir müssten aus einem Haus wieder ein Haus machen, um genügend Holz zu haben. Wenn wir aus einem Haus Sondermüll machten, verlören wir wichtige Rohstoffe. Auch wurden auf dem Congress konkrete Forderungen an die Politik gestellt: So müssten sich im Bausektor die Ausschreibungen ändern, sodass nicht das günstigste Angebot den Zuschlag erhält.“ – cradle to cradle congress 2017

Das Designprinzip

1. „Nährstoff bleibt Nährstoff“

„…Das heißt, dass alle Materialien, die wir verwenden, fortwährend in Kreisläufen zirkulieren können. Müll existiert nicht. Im Unterschied zu klassischem Recycling büßen sie bei der Wiederverwertung nicht an Qualität ein. So gehen Materialien, also Ressourcen, nicht mehr verloren, sondern sind immer „Nahrung“ für ein neues Produkt. Man könnte also auch sagen: Nahrung ist Nahrung. Damit das funktionieren kann, unterscheiden wir in Biosphäre und Technosphäre.

Die Biosphäre umfasst biologische Kreisläufe, also Verbrauchsgüter, die in direktem Kontakt mit der Umwelt stehen, z. B. durch Abrieb. Daher müssen die Materialien gesundheitsverträglich und kompostierbar sein.

In der Technosphäre sprechen wir von technischen Kreisläufen für Gebrauchsgüter. Solche Produkt(-teile) nutzen sich nicht ab. Je nach Sphäre ergeben sich unterschiedliche Nutzungsszenarien und Anforderungen an ein Produkt, und dementsprechend werden Materialien für ein Produkt ausgewählt. Diese Materialien zirkulieren in kontinuierlichen Kreisläufen, trotzdem können die beiden Sphären bzw. Kreisläufe für ein Produkt eine sinnvolle Partnerschaft eingehen….“  – Cradle to Cradle e.V.

2. Nutzung erneuerbarer Energie

„…Materialien im C2C Designkonzept positiv definiert: Im Gegensatz zur weit verbreiteten „Frei von“-Mentalität wird definiert, welche Materialien ohne Bedenken in den jeweiligen Kreisläufen genutzt werden können. So verhindern wir, dass Schadstoffe einfach durch andere ersetzt werden.

Für die Herstellung intelligenter, kreislauffähiger und innovativer Produkte nutzen wir erneuerbarer Energien. Die Sonne (und davon abgeleitet Wind, und Gezeiten) beispielsweise ist Motor aller natürlichen Prozesse, und bleibt eine verlässliche Energiequelle für viele zukünftige Generationen….“ – Cradle to Cradle e.V.

2. "Kulturelle und biologische Diversität feiern und fordern"

„…Vielfalt ist Vorteil. Die Natur zeigt: Vielfältige Ökosysteme sind oft widerstandsfähiger und flexibler. Vereinheitlichung, wie sie auch durch die industrielle Revolutionen entstand, ist oftmals eine Sackgasse. Das C2C Designkonzept fordert die Einbeziehung der Vielfalt an Ideen, Konzepten, Meinungen, Gewohnheiten und Kulturen….“ – Cradle to Cradle e.V.
 
enelteco setzt sich für Themen wie Umwelt und Ressourcen ein. Daher bieten wir unseren Kunden einen besonderen Service. Wir messen den ökologischen Fußabdruck in Ihrem Unternehmen, damit auch Sie ein Zeichen setzen können.

Related Post

Klimagipfel Paris –...

Klimagipfel Paris, 195 Länder haben sich geeinigt. – Stellungnahme von Global 2000...

Energiespartipp #1

Energiespartipp: Geschirr waschen Der Energieverbrauch in Österreich ist seit 1990 um...

Energiespartipp #2 –...

Energiespartipp #2 – Kochen und Kühlen mit Köpfchen Energiesparen leicht gemacht:...

Energiespartipp #3 – im...

Energiespartipps für das Büro Videokonferenzen statt Geschäftsreisen Durch...

Photovoltaik und Solarthermie

Erneuerbare Energie Die Marktentwicklung der letzten Jahre bietet eine gute...

Windkraft und Wärmepumpen

Marktentwicklung erneuerbarer Energie In Wärmepumpen und der Windkraft steckt viel...

Leave a Comments